Eckpunkte der Aktivierung des Schulsystems Aufbauend auf den Entwicklungen der Infektionszahlen und den damit verbundenen Rahmenbedingungen wird die Aktivierung des Schulbetriebs in den Eckpunkten erläutert. Darauf aufbauend werden alle erforderlichen Detailregelungen rechtzeitig erlassen und eine entsprechende Kommunikation in Richtung aller Schulen und aller Ebenen der Schulverwaltung vorbereitet und durchgeführt

           ab. 18.5.2020

Alle Klassen der Primar- und Sekundarstufen I (Volksschulen, Neue Mittelschulen, AHS- Unterstufe), Sonderschulen;

Prinzip VerdünnungSollen Bildung und die Verhinderung von Infektionen in Einklang gebracht werden, muss die Präsenz von Schülerinnen und Schülern in den Schulen ausgedünnt werden. Dazu bedarf es einer Reduzierung der in den Schulen anwesenden Klassen. Für die Etappen zwei und drei wird daher ein Schichtsystem umgesetzt. Dieses sieht vor, dass alle Klassen in zwei gleich große Gruppen geteilt werden. Die Teilung wird verbindlich vorgeschrieben, wie sie durchgeführt wird, ist jeder Schule freigestellt. Die beiden Gruppen der Klassen sollen im Rahmen eines Schichtsystems unterrichtet werden.

 Als Grundlage für die Größe der Gruppen und für die Auflagen, die beim Unterricht einzuhalten sind, gelten die im Hygienehandbuch zu COVID-19 festgelegten Kriterien. Wichtig dabei ist, dass der jeweilige Stundenplan der Klassen grundsätzlich aufrecht bleibt. Ausnahme bilden die Fächer Bewegung und Sport und Musikerziehung, die bis zum Ende des Schuljahres komplett entfallen. Die dadurch entstehenden Freistunden sollen für die Festigung von Inhalten in anderen Fächern oder für die Erledigung von Aufgaben verwendet werden. Über die Verwendung dieser Stunden entscheidet die jeweilige Schule autonom.

Neben dem Unterricht in einem Schichtsystem bleibt die geltende Betreuung aufrecht. Schülerinnen und Schüler, die keinen Unterricht haben und deren Betreuung zu Hause auch nicht sichergestellt ist, können bzw. sollen die Betreuung in der Schule in Anspruch nehmen. Die Betreuung muss allen Schülerinnen und Schülern, unabhängig vom beruflichen Hintergrund ihrer Eltern und Erziehungsberechtigten, offenstehen. Große Räume, wie beispielsweise der Turnsaal, stehen zur Verfügung.

Im Rahmen der Betreuung wird der Fokus darauf gelegt, Schülerinnen und Schüler bei der Erfüllung der Arbeitspakete, Lehr- und Lerninhalte bzw. der Aufgaben, die ihnen mitgegeben wurden, zu unterstützen und damit deren Eltern und Erziehungsberechtigte zu entlasten. 

Prinzip „Schutz & Hygiene“ - Grundsätzlich werden Risikogruppen durch das Gesundheitsministerium definiert. Bei individuellen Erkrankungen oder Vorerkrankungen von Schülerinnen und Schülern, am Standort tätigen Pädagoginnen und Pädagogen sowie weiterem Personal, definiert das der jeweils zuständige Arzt.


Schülerinnen und Schüler, die den Risikogruppen angehören, sollen Arbeits- und Lernpakete erhalten und über Distance Learning dem Unterricht nach Maßgabe der Möglichkeiten folgen. Sollten sie für sich wichtige Prüfungen absolvieren müssen oder wollen, sind Einzelprüfungen unter Einhaltung von Hygieneauflagen an den Schulen abzuhalten. Ab Etappe eins wird der Schulbetrieb unter Einhaltung verschärfter Hygiene-Auflagen stattfinden. Diese sind in einem eigenen Hygienehandbuch zu COVID-19 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung zusammengefasst und bauen auf den Vorgaben des Gesundheitsministeriums auf. Das Handbuch regelt die hygienischen Voraussetzungen bzw. Verhaltensweisen im Schulbetrieb. Darin enthalten sind unter anderem folgende Regelungen: • Maskenpflicht für alle Personen im Schulgebäude • Maskenpflicht für alle Personen am Weg in die Schule oder nach Hause, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen • Nähere Bestimmungen zur Maskenpflicht in der Schule: o Während der Pausen besteht für Lehrerinnen und Lehrer bzw. Schülerinnen und Schüler eine Maskenpflicht. Während des Unterrichts haben Schülerinnen und Schüler keine Maske zu tragen.

Genaue Richtlinien für Hygiene während der Prüfungen (z.B. SRDP), wie z.B. das regelmäßige Lüften, die Einhaltung von Abständen oder fixe Zeitintervalle für das Händewaschen, werden ebenfalls vorgeschrieben. o Verdichtete Reinigungsintervalle und Desinfektion an den Schulstandorten. o Genaue Vorgaben für Abstände, die im Rahmen des Unterrichts in Klassen bzw. beim Aufenthalt in Schulgebäuden einzuhalten sind. • Die im Hygienehandbuch enthaltenen Bestimmungen sind im Bereich der Bundesschulen verbindlich anzuwenden. Den weiteren Schulerhaltern wird empfohlen, die Inhalte des Handbuchs in ihren Bildungseinrichtungen (Volksschulen, Neue Mittelschulen, Polytechnische Schulen, Sonderschulen) ebenfalls verbindlich anzuwenden. Was die Einhaltung der Maskenpflicht betrifft, wurden vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung entsprechende Kontingente an Schutzmasken für die Bundesschulen angekauft. Diese stehen Lehrerinnen und Lehrern bzw. Schülerinnen und Schülern, die dies benötigen, zu Verfügung. 

Prinzip „Leistungsbeurteilung mit Augenmaß“ Schülerinnen und Schüler sind bis zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr in den Schulbetrieb per Distance Learning mit Arbeitspaketen auszustatten. Die Grundsätze hinsichtlich Vertiefung oder Erweiterung des Stoffes, die mit den „Leitlinien für die Fernlehre/das Distance Learning nach den Osterferien“ (GZ 2020-0.211.975-1-A) festgelegt wurden, haben weiterhin Gültigkeit. Grundsätzlich gilt es aber zu beachten, dass es zu keiner Überforderung der Schülerinnen und Schüler kommt. Für die Zeit ab der Rückkehr in den Schulbetrieb soll der Fokus auf der Gestaltung des Abschlusses und der gezielten Vorbereitung auf die nächste Schulstufe liegen. Was dafür an neuem Stoff wichtig und sinnvoll ist, wird in überschaubaren Schritten erarbeitet. Daneben sollen die verbleibenden Wochen auch dafür genutzt werden, das Erreichte abzusichern, zu festigen und die neue Form des individuellen und selbstorganisierten Lernens weiter zu pflegen. Die wesentliche Basis der Leistungsbeurteilung für das Schuljahr 2019/20 bilden das Halbjahreszeugnis sowie die Leistungen, die bis zum 16.3.2020 erbracht worden sind (Schularbeiten, Tests, Mitarbeit). Weitere Schularbeiten sollen nicht mehr stattfinden. Leistungen, die im Rahmen des Distance-Learning erbracht wurden und des nun folgenden Präsenzunterrichts erbracht werden, fließen in die Gesamtbeurteilung ein. Schülerinnen und Schüler, die kontinuierlich mitgearbeitet haben, sollen ihre Mitarbeit auch honoriert bekommen. Bei Schülerinnen und Schülern, die zwischen zwei Noten stehen und bei Schülerinnen und Schülern, die eine bessere Note erlangen wollen, kann eine mündliche Prüfung erfolgen. Generell werden Schülerinnen und Schüler der Volksschule im Schuljahr 2020/21 Klassen nicht wiederholen müssen, außer Eltern und Erziehungsberechtigte wünschen dies. In allen anderen Schularten und Schulstufen wird ein Aufsteigen mit einem Nicht Genügend ohne Beschluss der Klassenkonferenz möglich sein. Für Schülerinnen und Schüler, die mehr als ein Nicht Genügend aufweisen, bleiben die bestehenden Regelungen aufrecht, können im Bedarf aber durch Beschluss der Klassenkonferenz abgeändert werden. 

Die Anwendung für die Bestimmungen zum unentschuldigten Fernbleiben werden für das heurige Schuljahr ebenfalls erweitert. Schülerinnen und Schüler, die sich auf Grund der Corona-Krise nicht in der Lage sehen, dem Unterricht in der Schule beizuwohnen oder wenn Eltern bzw. Erziehungsberechtigte auf Grund von Bedenken ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen, müssen dies auch nicht tun. Sie gelten als entschuldigt, sind aber verpflichtet, eine Begründung formal an die Schule zu übermitteln und den versäumten Stoff aufzuholen bzw. nachzulernen. Fristen für die Abhaltung von Entscheidungsprüfungen und für Notenkonferenzen werden so angepasst, dass sie auch noch bis zwei Tage vor Ende des Unterrichtsjahrs abgehalten werden können. Dadurch sollen flexible Möglichkeiten geschaffen werden, erforderliche Prüfungen oder Abklärungen vorzunehmen. Empfehlungen für den Bereich der Elementarpädagogik Die Betreuung in elementarpädagogischen Einrichtungen muss allen Kindern, unabhängig vom beruflichen Hintergrund der Eltern und Erziehungsberechtigten offenstehen. Bevor es in Familien zu einer Überforderung kommt – sei es aus persönlichen oder beruflichen Gründen – und Kinder davon betroffen sind, wird empfohlen, ihnen den Besuch in einer elementarpädagogischen Einrichtung zu ermöglichen. Sofern machbar, wird auch die Anwendung eines Schichtsystems bzw. die Anwendung der im Hygienehandbuch zu COVID-19 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung enthaltenen Empfehlungen für den elementarpädagogischen Bereich vorgeschlagen. Neben der generellen Betreuung soll wieder verstärkt Bildungsarbeit (=Sprachförderung, Vorbereitung auf Schuleintritt, Entwicklungsförderung, etc.) in den Einrichtungen stattfinden oder wieder aufgenommen werden.